Bild und Sprache

Einer der Gründe warum die TA so gut zu mir passt.

Ein oft erlebtes Phänomen, wenn Menschen anfangen die Transaktionsanalyse zu verstehen, ist, dass sie sich plötzlich befähigt fühlen, Dinge auszusprechen und zu erklären, die zuvor nur nebulöse Gefühle waren.

Wir tun uns oft schwer unsere Empfindungen in Worte zu fassen. Vielleicht, weil wir es von Niemandem vorgelebt bekommen haben, weil uns nie jemand dazu angeleitet hat oder auch, weil wir uns damit verletzlich machen und einfach nicht trauen. 

Was dabei sehr helfen kann, sind Modelle, Bilder und Worte, die es in eine nachvollziehbare, professionelle Form gießen. Und sich dadurch gar nicht mehr sehr intim und verletzlich anfühlen. Die Situation in der wir uns befinden, wird damit auch für andere greifbarer gemacht. Denn diese Modelle sind so etwas wie eine allgemeingültige Definition, an die wir uns halten können und damit deutlich weniger anfällig ganz anders interpretiert zu werden.

Unaussprechliches wird sagbar.

Es ist viel einfacher zu erklären, dass man sich durch ein Verhalten oder eine bestimmte Wortwahl so herabgesetzt fühlte, dass man sich ganz klein und zu sehr im „angepassten Kind“ gefangen fühlte, um in der Situation noch souverän agieren zu können. Zudem verknüpft es de eigene Reaktion mit einem Verhalten in einem bestimmten Moment, nicht mit der Persönlichkeit des Gegenübers und wird somit auch deutlich besser nehmbar.

Ich kann so viel erklären, dass das Verhalten des Teilnehmers für mich nach bockigem, kindischen Verhalten aussah, so dass ich ins Eltern-Ich gerutscht bin. Und deshalb nicht aus der wünschenswerten professionellen Erwachsenen-Ebene reagieren konnte, um die Situation zu einem guten Miteinander drehen zu können.

Solche Erklärungen sind nicht nur für das vielleicht ebenfalls betroffene Gegenüber hilfreich, sondern auch für Dritte, die z.B. als Vorgesetzter ein berechtigtes Interesse an den Gründen für Konflikte haben.

Verbalisieren hilft dem Verstehen.

Und vor allem hilft es auch mir selbst, durch diese Analyse herauszufinden, was genau da passiert ist. Warum ich vielleicht dazu tendiere in diese Position zu rutschen. Und vor allem – wie ich Wege da heraus finden kann. In der akuten Situation wird mir das anfangs nichts nutzen. Wenn die Emotionen erstmal hochschwappen, landen wir verhaltenstechnisch oft im Autopiloten. Doch im Laufe der Zeit werde ich aber immer schneller bemerken, was da in mir passiert und kann auf vorher überlegte, alternative Verhaltensweisen zugreifen.

Die TA steht gelegentlich in der Kritik zu trivial und vereinfachend zu sein. Das ist sie bei weitem nicht. Nicht umsonst braucht es viele Jahre um sie in ihrer Tiefe auch nur einigermaßen durchdrungen zu haben. Doch gleichzeitig ist es ihre große Stärke, dass die Modelle auf der obersten Ebene so leicht verständlich sind. Du kannst sie schnell verinnerlichen und damit auch nutzen. Sie sind gelebte Wertschätzung für jedermann und die praktische Umsetzung der OK/OK-Haltung.

Das ist auch der Grund, warum ich es mir zur Aufgabe gemacht habe, dieses Einstiegswissen leicht verfügbar zu machen und Menschen näher zu bringen, die bisher kein gesteigertes Interesse an Psychologie haben. Denn wir alle können immens davon profitieren, wenn wir unsere Reflexionskompetenz und Empathie steigern. Genau dazu kann die TA, meines Erachtens nach, einen unfassbar wertvollen Beitrag leisten.

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